Zwischen Sprint und Fokus – Spannungsfeld Biathlon

Shownotes

HINWEIS: Die Videoausgabe dieser Folge ist aktuell nur auf Spotify zu sehen.

Langlauf-Skaten und dann Kleinkaliber-Schießen. Bei Biathlon kann man sich schon fragen: Wer zur Hölle hat sich das einfallen lassen? Doch egal wie absurd das Konzept ist – spannend ist der Sport allemal, selbst für Moderator Luis, der bisher kaum ein Rennen gesehen hat. Gästin Jael führt uns dieses Mal ein in die energie- und emotionsgeladene Welt des Biathlons und macht klar: Auch wenn man wie sie bisher kaum auf Skiern gestanden ist, kann man große Begeisterung an diesem Wintersport hegen.

Jael erklärt Luis, wo Biathlon eigentlich herkommt; welche Wettkampfformate es gibt und warum sie entweder wie gebannt vor der Flimmerkiste klebt, die Athlet:innen daheim lauthals anfeuert oder beim entscheidenden Wettschießen vor Anspannung den Raum verlassen muss. Es geht um Biathlon-Content auf Instagram, seinen Unterhaltungswert und warum die Athlet:innen oft so leicht ins Herz zu schließen sind.

Außerdem blicken die beiden Theaterwissenschafts-Student:innen auf Spitzensport als mediales Ereignis und sprechen über die Frage: Für wen ist der Sport da? Für die Athlet:innen selbst oder die Fans? Luis ist am Ende dem Biathlon-Hype durchaus ein Stück nähergekommen und überlegt ernsthaft, beim nächsten Weltcup mal einzuschalten.

Zu Gast: Jael Gallert

Moderation: Luis Kirchner

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In dieser Folge haben wir folgende Werke und Quellen erwähnt:

Dokumentation: „Biathlon-Nation“ (ZDF) – Einblick in den Alltag der Athlet:innen.

Social Media: Instagram-Accounts von Biathlet:innen wie Philipp Nawrath, Justus Strelow oder Benedikt Doll

Events: Loop One Festival (Sommerbiathlon in München)

Skandal: Google-Schlagwort-Hinweis “Cheating-Skandal Biathlon”

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn da jemand ist, der sich auf die Matte knallt, wie Justus Strelow, nach 10, 12 Sekunden den ersten Schuss abgibt ...

00:00:08: dann in einem ein- bis Zweisekundentakt diese Schüsse rausreißt, sein Gewehr wieder umschnallt und weiterläuft.

00:00:15: Das ist eine Ansage.

00:00:17: Das können nicht alle.

00:00:18: Herzlich willkommen, liebe Hörer:innen, zu einer neuen Folge Feuer und Fan.

00:00:22: Heute bin ich wieder da zum Moderieren, Luis, und mir gegenüber sitzt...

00:00:26: Jael, hallo.

00:00:28: Hallo, schön, dass du da bist.

00:00:29: Jael, wir haben eigentlich einen recht aktuellen Aufhänger für das Thema unserer heutigen Folge.

00:00:36: Die Olympischen Spiele sind vor einer Woche in etwa, nee, am Sonntag zu Ende gegangen, gell?

00:00:41: Ja.

00:00:41: Ja, wir nehmen heute auf am Donnerstag...

00:00:43: den 26.

00:00:45: Februar.

00:00:46: Und ja, es geht heute um eine Teildisziplin der Olympischen Spiele, für die du sehr viel Begeisterung empfinden kannst.

00:00:55: Magst du uns sagen, was das ist?

00:00:57: Ja, also die Wintersportart, die mein Herz hat, das ist Biathlon.

00:01:02: Ich weiß, ich merke auch gerade schon, wie glücklich ich schon werde bei dem Gedanken dran.

00:01:10: Also ich glaube, ich bin

00:01:12: Ich und Biathlon, wir sind gemacht...

00:01:14: diese Liaison, diese Verbindung, die ist gemacht für diesen Podcast.

00:01:18: Wahnsinn.

00:01:18: Ja, also ich freue mich sehr und ich glaube, da hast du das ideale Gefühl, um in diesen Podcast reinzukommen.

00:01:25: Ich glaube, das ist genau das, was wir brauchen.

00:01:27: Und ich denke mal, der Gesprächsstoff wird uns heute nicht ausgehen.

00:01:30: Nee.

00:01:32: Aber magst du vielleicht am Anfang kurz noch sagen, Jael: Wer bist du, was machst du so in deinem Leben?

00:01:38: Sehr gerne.

00:01:39: Also ich bin die Jael.

00:01:40: Ich bin 23 Jahre alt und ich studiere hier in München meinen Master, Film- und Medienkulturforschung.

00:01:46: Das heißt, eigentlich habe ich jetzt mit Sport per se nicht ganz so dolle viel am Hut.

00:01:52: Also ich bin kulturell eigentlich immer in anderen Lücken, Nischen unterwegs.

00:01:57: Also Film, Theater, generell Medien, Literatur, was auch immer.

00:02:02: Aber dieses Biathlon...

00:02:03: Ja?

00:02:05: Großereignisse catchen mich auch immer.

00:02:06: So Weltmeisterschaften, Olympia, liebe den Spirit, liebe, was da sportlich passiert, was ich mir anschauen kann, wo ich mir denke, boah, das würde ich nie machen.

00:02:14: Lieb ich.

00:02:15: Und dann lieb ich auch dieses Das ist wenn Leute so Marathon laufen.

00:02:18: Dieses Gefühl von Menschlichkeit und irgendwie alle kommen zusammen.

00:02:22: Im besten Fall passiert auch nichts Schlimmes.

00:02:24: Find ich großartig.

00:02:27: Sport ...

00:02:28: Ja.

00:02:29: Aber ...

00:02:30: Biathlon!

00:02:30: Ah, ja.

00:02:32: Sehr gut.

00:02:33: Ich glaube auch, ich meine, wir beide sind da sehr ähnlich, was so grundsätzlich unsere allgemeinen Interessen angeht.

00:02:39: Und deswegen werden wir jetzt wahrscheinlich keinen wirklichen Sportpodcast aus dieser Folge machen.

00:02:45: Aber ich glaube auch, da gibt es eben schon auch sehr viele interessante Überschneidungen.

00:02:51: Also du hast ja auch Theaterwissenschaft im Bachelor studiert, ich mach das auch.

00:02:55: Und...

00:02:55: Da weiß ich noch, dass bei der Einführungsseminar quasi haben wir gleich mal als Vergleich zwischen Arten, wie man inszenieren kann, zwei Olympiaeröffnungen angeguckt.

00:03:06: Nämlich der Sommerspiele in Peking.

00:03:09: Das fällt mir das Jahr grad nicht ein.

00:03:10: Und London, 2012 war London, glaub ich.

00:03:13: Und wie allein da schon quasi sich unterschiedlich diese Spiele präsentiert und das Gastland, das gasgebende Land auch präsentiert.

00:03:20: Also

00:03:22: will damit sagen, es gibt ja total viele Schnittstellen von der Kulturwissenschaft zum Sport an sich.

00:03:28: Ja, absolut.

00:03:29: Wenn man auch dann zurückdenkt an Frankreich, das waren dann die Sommerspiele jetzt, aber auch da, was die ja auch mit ihrem, mit dieser, ich glaube, die haben ja auch die Figur

00:03:40: mit der geköpften Königin, Kaiserin, hergenommen.

00:03:44: Mit der Marie Antoinette?

00:03:45: Genau, der Marie Antoinette.

00:03:46: Und haben die dann irgendwie in so Fenstern, glaube wenn ich mich richtig erinnere.

00:03:50: Ich kann das auch total verklärt haben in meinem Hirn.

00:03:52: Da gab's auch eine Choreografie.

00:03:54: Dann haben die anderweitig Bilder nachgestellt, die, glaub ich, griechischen Ursprungs waren.

00:04:00: Der Kunst-Einfluss ist auf jeden Fall da.

00:04:03: Und natürlich Sport als Ereignis ist ja schon auch irgendwie, ob man das als Zeremonie oder als Ritus begreifen möchte.

00:04:11: Die sagen ja auch Ersatzreligion.

00:04:13: Richtig, Ersatzreligion als Aufführung.

00:04:15: Also, wie sich die Leute da ja auch selbst inszenieren, wie der Körper ...

00:04:20: zueinander in Beziehung gesetzt werden.

00:04:22: Also da kann man ja auch theaterwissenschaftlich ganz ganz, wenn man denn wollte, könnte man da auch theaterwissenschaftlich ganz ganz viele Erkenntnisse noch rausziehen.

00:04:31: Sehr gut.

00:04:31: Gucken wir mal, wo das Gespräch uns heute so bisschen hinführt.

00:04:35: Aber ich glaube, Anfang müssen wir mal, also erst mal müssen wir vielleicht klarstellen, du bist ja auch eher eine Admirerin von Ferne.

00:04:44: Des Sports, oder?

00:04:45: Kann man so sagen.

00:04:46: Das will ich wirklich, das muss man klarstellen, das will ich auch klarstellen.

00:04:50: Ich habe diesen Sport noch nie in meinem Leben gemacht.

00:04:54: Ich habe, ich stand schon mal auf Skiern, aber das war so Skikurs, 8.

00:04:57: Klasse oder Also auch nicht Langlaufskiern.

00:04:59: auch richtig, das war auch Abfahrt.

00:05:03: Abfahrt.

00:05:04: Blaue Piste.

00:05:04: Genau, blaue Piste.

00:05:05: Nach unten bin ich versucht geglitten.

00:05:08: Das war so die Weißpiste oder das nächste, wo ich ans Skifahren rangekommen bin.

00:05:13: Ich hatte noch nie eine Waffe in der Hand im sportlichen, also generell noch nie, aber auch nicht im sportlichen Kontext.

00:05:22: Ich sitze zu Hause auf meinem Sofa.

00:05:25: Ich nehme mir eine Decke, ich mach mir vielleicht einen Tee.

00:05:28: Oder wenn ich bei meiner Familie bin, sitzen auch mehrere Leute auf dem Sofa gemeinsam.

00:05:32: Es ist ein Familiending.

00:05:34: Wir schalten diesen Fernseher an.

00:05:36: Und dann bin ich begeistert von dem, was ich sehe.

00:05:40: Auf Distanz.

00:05:42: Also ich kann

00:05:43: nicht aus persönlicher Erfahrung sprechen.

00:05:45: Alles, was ich erzählen kann, ist, was ich mit meinen Augen und Ohren quasi vom Sofa aus in die Flimmerkiste irgendwie, was sich da überträgt.

00:05:55: Das ist so meine Expertise.

00:05:57: Aber warst du auch schon mal live dabei bei einem Biathlonrennen?

00:06:02: Ja und nein, also ich war bei keinem Weltcup oder auch nicht Olympia dabei, aber es gab ...

00:06:07: Jetzt komm ich schon mit den Zeiten durcheinander, das muss letztes Jahr gewesen sein, wirklich, es verschwimmt alles.

00:06:12: Letztes Jahr gab's in München das Loop-One-Festival.

00:06:16: Das war ein Biathlon-Festival.

00:06:19: Also es gibt Sommerbiathlon sozusagen und Winterbiathlon, weil im Sommer gibt's keinen Schnee und dann müssen die das anders machen.

00:06:26: Also die haben dann so eine Art Rollschuh an den Füßen.

00:06:29: Ah.

00:06:30: Und machen das dann auf Asphalt.

00:06:32: So, und das ist Sommerbiathlon.

00:06:34: Ganz kurz jetzt mal grob.

00:06:36: Aber dieses Sommerbiathlon ...

00:06:38: wurde quasi in München organisiert als Festival, also als großes Happening.

00:06:44: Und da war ich dann.

00:06:44: Mhm.

00:06:46: Das war auch Also, ich fand, das war super.

00:06:48: Die Atmosphäre war toll.

00:06:50: Also, es gab von Essen bis irgendwie Begleitprogramm bis eben Wettkämpfen.

00:06:54: Gab's wahnsinnig viel.

00:06:56: Und da stand ich dann mal an der Strecke und hab dann die auch gesehen.

00:07:00: Und klar, es ist einem immer irgendwie bewusst, wie schnell die ...

00:07:05: im Fernsehen sein müssen und dann da eben auch vor Ort sein müssen.

00:07:09: Aber es ist schon noch was anderes, wenn du die da wirklich an dir vorbeifliegen siehst.

00:07:13: Spannend.

00:07:13: Also vielleicht schaffe ich es auch noch mal irgendwo zu irgendeinem Weltcup-Rennen oder sonst irgendeinem Großereignis, dass ich das dann auch mal so im Winter experiencen kann.

00:07:24: Aber da ist halt immer mein Punkt.

00:07:25: Das ist schon kalt.

00:07:26: Aber deswegen, für mich, bis jetzt ist es noch das Sofa.

00:07:31: Ja.

00:07:32: Es kann ja auch manchmal regnen haben, wie ich auch jetzt gesehen habe.

00:07:35: Ja, Schneien und Winden und Nebel und man ist den Elementen einfach ausgesetzt.

00:07:40: Ja gut, das ist halt der Natursport, der Wintersport.

00:07:44: Sehr spannend und ich glaube, ich kann das schon auch jetzt nachvollziehen, weil ich habe jetzt tatsächlich in Vorbereitung kein Biathlon-Rennen an sich geguckt, aber ich habe eine

00:07:54: sehr vielleicht, ja, eine, ich fand es auch gut gemachte Doku im ZDF gesehen, Biathlon Nation.

00:08:01: Kommt natürlich auch in die Show-Notes.

00:08:03: Die hast du ja glaube ich auch gesehen, wenn ich das richtig...

00:08:05: Oder hast du eine andere?

00:08:05: Ja, habe schon viele Biathlon-Dokus gesehen, deswegen weiß ich jetzt nicht mehr, welche, welche war, aber die meisten sind auch gut gemacht.

00:08:15: Genau, da haben wir das ja auch gesehen, dass man da schon irgendwie, sag mal, Durchhaltevermögen auch als Zuschauer:in in braucht, wenn es da irgendwie dann regnet,

00:08:22: irgendwie in Rupolding war das, ich, oder in Oberhof, ich weiß gar nicht mehr wo.

00:08:26: Ja, Oberhof ist so'n...

00:08:27: Das Oberhofer Wetter ist auch berühmt-berüchtigt in der Biathlonbubble.

00:08:32: Okay, spannend, spannend.

00:08:34: Gut, dann Jael, würde ich vielleicht mal ...

00:08:37: mit der sehr, ich glaub, naheliegend in Frage starten für alle, die zum ersten Mal irgendwie von Biathlon hören: Was zur Hölle.

00:08:45: Wie kommt man auf die Idee, also es ist ja nicht Langlauf, sondern Skaten also in der Ebene rumzulaufen, zu rennen und dann soll man auf Ziele schießen.

00:08:57: Ja, dann packt man das Gewehr aus.

00:09:00: Ja, du hast es schon richtig beschrieben.

00:09:02: Das ist eben so eine Komplexleistung.

00:09:03: Du hast den Langlauf, nur dass er nicht klassisch ist, sondern es ist das Skating, weil man damit schneller und dynamischer vorankommt.

00:09:11: Was besser ist, wenn man dann noch schießen muss, wenn man sich irgendwo hin fortbewegt und dann an den Schießstand kommt und das Gewehr auf dem Rücken runternimmt und dann...

00:09:20: Im Biathlon-Fall sind es fünf Scheiben, sozusagen, treffen muss.

00:09:25: Ja, wo kommt das her?

00:09:26: Es ist irgendwie naheliegend: Das kommt aus dem militärischen Kontext.

00:09:30: Also, ganz, ganz früher, ich glaub, schon so vor circa 5.000 Jahren ungefähr, gab's erste Skijäger:innen.

00:09:38: Also, der Gedanke von, bewegt sich, man muss sich auf Schnee fortbewegen und hat halt dann eine Waffe dabei, sozusagen - was auch immer das für eine Waffe ist - der ist schon

00:09:48: relativ alt.

00:09:50: Und auch der Gedanke oder die Idee von Skisoldaten, also, als ich das dann...

00:09:55: Ich will nicht unbedingt sagen professionalisiert hat, aber doch schon in Richtung Professionalisierung gegangen ist das Militär...

00:10:02: Oder irgendwo in Skandinavien, wenn es da irgendwelche Konflikte gab - dann gab's auch Skisoldaten.

00:10:08: Und das Ganze hat sich dann eben weiterentwickelt zu irgendwann mal ...

00:10:13: Ich glaub, wann war das?

00:10:15: 1767?

00:10:16: Ich schau auf meine Notiz, 1767.

00:10:19: Gab's dann erste, tatsächlich so Mini-Wettkämpfe zwischen schwedischen und

00:10:24: norwegischen Soldaten, irgendwie so an der Grenze da.

00:10:27: Das war natürlich noch sehr rudimentär und hat eigentlich nicht mehr wahnsinnig viel mit den Biathlonwettkämpfen zu tun, die wir heute kennen.

00:10:33: Aber der Grundstein war gelegt.

00:10:36: Und dann ist das weitergegangen von Militärpatrouillen, die dann olympisch waren.

00:10:40: Also da hat man dann irgendwie so diese Hansel oder so 30 Kilometer irgendwo hingeschickt und dann mussten die da auf so Feldscheiben zwischendurch noch schießen.

00:10:47: Und das waren dann diese Militärpatrouillen.

00:10:50: Und mit der Zeit haben sich die Formate geändert, sich die Distanzen geändert, hat sich natürlich auch das, was man da auf dem Rücken hat.

00:10:56: Also wir schießen nicht mehr mit Großkaliber mittlerweile.

00:10:59: Das ist jetzt nicht mehr Military Grade, sondern das sind halt Kleinkaliberwaffen.

00:11:03: Und das ganze System ist jetzt mittlerweile so, dass du eine gute Anpassung zwischen, wir wollen irgendwie die Zuschauer:innen auch mitnehmen, dass die viel sehen vom Schießstand

00:11:15: und an der Strecke sehen.

00:11:17: Einerseits und andererseits eben, dass wir den ...

00:11:19: Sportler:innen Distanzen anbieten und auch ein gewisses Equipment anbieten, was Spaß macht und was bewältigbar ist in einem Rahmen, der eben für heutiges Training und für heutige

00:11:31: Wettkämpfe angemessen ist.

00:11:33: Im Sinne von, es ist, ich sag mal, herausfordernder für die Athlet:innen, wenn die Zielscheiben weiter weg sind.

00:11:42: Und deswegen das quasi

00:11:45: und auch die Rennstrecke wahrscheinlich länger ist, oder?

00:11:49: Genau, also grundsätzlich ist es mittlerweile so, dass die Zielscheiben 50 Meter entfernt sind.

00:11:57: Also wenn die auf ihren Matten stehen am Schießstand, also das ist wirklich so Schießstände, da meistens so 30 verschiedene Bahnen, und dann stehen die da auf ihren

00:12:04: Matten, und dann haben sie 50 Meter Distanz bis zu den Zielscheiben, die sie treffen müssen.

00:12:11: Das Spannende beim Biathlon ist, es ist nicht einfach nur Schießen, man will, sondern es gibt ein Stehendschießen.

00:12:17: Und es gibt ein Liegendschießen.

00:12:18: Heißt, einmal, die schneiden sich da ihre Waffe vom Rücken ab und müssen sich quasi beuchlings hinlegen und dann auf Scheiben treffen, die einen Durchmesser von 4,5

00:12:28: Zentimeter haben.

00:12:29: Beim Stehendschießen stehen sie da.

00:12:33: Steckt ja schon im Namen drin.

00:12:34: Und dann sind die Scheiben auch ein bisschen, also der Durchmesser ist bisschen größer, dann sind's 11,5 Zentimeter.

00:12:39: So.

00:12:39: Und das muss dann fünfmal getroffen werden, heißt, du hast schwarze Ziele.

00:12:44: Wenn du die richtig triffst, klappt in den meisten Fällen so ein Klappsystem.

00:12:49: Klappt eine weiße Verkleidung nach oben und du siehst, ja, ich hab einen Treffer gelandet.

00:12:55: Wuhu!

00:12:56: Wird ja auch meistens im Fernsehen in der ganz großen Großaufnahme gezeigt.

00:12:59: Genau, das wird dann schön gezeigt und da geht natürlich die Technik auch voran.

00:13:04: Also im Fernsehen gibt es jetzt auch immer unterschiedliche Anzeigen schon, wie viele Fehler hat einer und ...

00:13:09: Wo ist die Person gerade beim Schießen und bla bla bla.

00:13:12: Was ich auch ganz ...

00:13:14: Ich kann verstehen, wenn das viele nervt was ich wahnsinnig angenehm finde, ist dass du wirklich, dadurch, dass es Metallscheiben sind in den meisten Fällen, hast du, wenn die

00:13:22: Patrone auf die Scheibe trifft, auch noch so einen akustischen Cue.

00:13:27: Also meistens die Biathlet:innen selber ...

00:13:30: Du siehst ja auf 50 Meter Distanz nicht unbedingt, wo du getroffen hast oder ob du getroffen hast, siehst du dann meistens schon, wenn die Scheibe umschlägt oder nicht.

00:13:39: Aber du kannst auch hören, ob getroffen wird oder nicht.

00:13:42: das ist dann, wenn da 30 Mann oder Frau am Schießstand stehen, das ist irgendwie ...

00:13:47: Ich weiß nicht, das ist wie Regen oder anders.

00:13:50: Das ist wie Regen-ASMR, nur halt ...

00:13:53: Biathlon-ASMR.

00:13:54: Ja.

00:13:55: Also ...

00:13:56: Krass, okay.

00:13:57: Aber die 50 Meter, das ist natürlich schon mal eine Schwierigkeit.

00:14:00: Früher waren es auch tatsächlich mal 250 Meter.

00:14:04: Also ...

00:14:04: Da ist es, ganz gut, dass man runtergegangen ist.

00:14:06: Weil schon die 50 Meter ist einfach herausfordernd.

00:14:09: Ja, schon ewig.

00:14:10: Wenn man sich mal dran zurückerinnert, so Grundschule, wenn man vielleicht noch die 50 Meter sprinten musste oder so was.

00:14:16: Das ist schon eine Distanz.

00:14:19: Und dann, je nach Rennformat, es gibt verschiedene Rennformate, müssen die unterschiedliche Distanzen laufen.

00:14:25: Also so zwischen sieben Kilometer und 20 Kilometer.

00:14:31: Insgesamt in einem Rennen.

00:14:32: Die absolvieren das in Runden, aber in einem Rennen zwischen 7 und 20.

00:14:37: Je nach Geschlecht gibt es noch mal leichte Anpassungen da.

00:14:41: Aber es ist schon auch ...

00:14:43: Also, 20 Kilometer schon ...

00:14:46: Also Ordentlich.

00:14:47: Würde ich nicht machen persönlich.

00:14:49: Aber deswegen schau ich auch gern zu.

00:14:51: Und bei dem Schießen, fand ich auch interessant.

00:14:53: ist ...

00:14:54: Mein naives Verständnis war sozusagen, man muss die alle treffen.

00:14:58: Und wenn nicht, dann muss man so eine Strafrunde ...

00:15:02: Aber in dieser Doku eben, da habe ich das dann ja gesehen, es gibt einerseits, man kann entweder alle sofort treffen, dann ist wunderbar.

00:15:10: Man kann aber auch noch mal, wenn man alle fünf nicht sofort trifft, nachladen.

00:15:14: glaube dreimal oder so, kannst du mich gleich korrigieren.

00:15:19: Und erst wenn man die, diese Nachladungen, die halt dann noch mal Zeit brauchen, wenn man dann damit nicht alle Scheiben getroffen hat, dann muss man in die Strafrunde.

00:15:28: Ja, wir kommen jetzt zu dem wahnsinnig interessanten Punkt der verschiedenen Wettkampfformate, die es gibt.

00:15:34: zwar, damit ich keinen vergesse, ich muss ja einfach ganz kurz in meine Notizen lunsen und schauen, wo habe ich das alles aufgeschrieben.

00:15:40: Also: Wir haben den Sprint, wir haben die Verfolgung, wir haben den Massenstart, wir haben einen Einzel und dann haben wir noch drei verschiedene Staffelformate.

00:15:47: So, bei Sprint, Verfolgung und Massenstart ist es so, dass du fünf Scheiben treffen musst bei jeweiligem Schießen.

00:15:56: Wenn du eine Scheibe nicht triffst, also wenn die schwarz bleibt und nicht weiß wird, musst du in die Strafrunde, das sind 150 Extrameter, heißt dadurch verlierst du, je

00:16:05: nachdem wie schnell du rennst, verlierst du zwischen 20 und 30 Sekunden in dieser Strafrunde.

00:16:10: Deswegen solltest du sie auch vermeiden, weil das Ziel ist ja, als Erster im Ziel zu sein, beziehungsweise als schnellste Person im Ziel zu sein.

00:16:18: Da gibt es noch mal einen kleinen Unterschied.

00:16:19: Bei Sprint und Verfolgung wird nacheinander gestartet.

00:16:25: Im Sprint, das ist ein Format, da gehen die nacheinander auf die Strecke, jeder absolviert sein Rennen, es wird einmal liegen und einmal stehen geschossen.

00:16:32: Am Ende guckt man, wie schnell die im Ziel sind.

00:16:35: Die schnellste Person, die gewinnt.

00:16:38: Und die Zeitabstände, von der schnellsten Person zur zweitschnellsten Person, zur drittschnellsten Person usw.

00:16:44: Das sind die Zeitabstände, die dann in der Verfolgung sozusagen noch mal neu aufgelegt werden.

00:16:51: sagen, sie startet in den gleichen Zeitabständen vom Sprint.

00:16:54: lauft der ersten Person nach und versucht, sie einzuholen.

00:16:57: Aha.

00:16:57: Das heißt, das ist so ein Anschlussformat.

00:17:01: Sozusagen Massenstart.

00:17:03: Also, da starten die Massen.

00:17:05: Alle laufen auf einmal los.

00:17:06: Alle stürmen miteinander.

00:17:08: Also, es ist auch ein sehr hektisches Format.

00:17:10: Aber da gelten eben auch die Strafrunden.

00:17:13: Beim Einzel ist es so, da wird wieder versetzt gestartet.

00:17:18: Das ist ein Format, das ist gut für Leute, ...

00:17:22: das Schießen perfektioniert haben, weil es da so ist, dass du keine Strafrunde läufst, sondern pro Fehler kriegst du eine Strafminute drauf.

00:17:29: Und eine Strafminute rauszulaufen ist schwierig.

00:17:33: Und dann gibt's die Staffelformate.

00:17:36: Da ist es tatsächlich so, also es gibt eine Herrenstaffel, es gibt eine Frauenstaffel und es gibt ...

00:17:41: zwei Mixed-Staffeln.

00:17:43: Also einmal laufen vier Herren gemeinsam, vier Frauen gemeinsam.

00:17:46: Und bei den Mixed-Staffeln gibt's einmal das Format zwei Herren, zwei Frauen.

00:17:50: Und eine Frau, ein Mann.

00:17:52: Das ist dann Mixed-Staffel und Single-Mixed.

00:17:55: Weil du ja dann nur noch eine vom quasi binär gedachten Geschlecht hast.

00:18:00: Und da ist es so, wenn du verschießt, hast du Nachladepatronen.

00:18:05: Heißt, du kannst fünfmal schießen, hast drei Nachladepatronen, heißt, du ...

00:18:10: Du kannst dreimal daneben bolzen, quasi.

00:18:13: Die musst du halt dann, weil die sind nicht mehr im Magazin, dass du einfach einführst, sondern das sind Nachladepatronen die sind am Gewehr selber angebracht.

00:18:21: Die musst du dann so einzeln da rauspulen und dann so einlegen.

00:18:25: Das heißt, es zieht Zeit.

00:18:27: Und wenn du die drei dann auch noch daneben gesetzt hast, musst du trotzdem in die Strafrunde.

00:18:32: ja.

00:18:34: Ich hab mir gedacht, also ...

00:18:36: Weil eben, ist so intuitiv, wenn man drüber nachdenkt, ist ja komplett absurd, man läuft Ski und dann schießt man.

00:18:44: Also wer ist auf diese Idee gekommen?

00:18:45: Natürlich irgendwie aus dem Militär heraus ergibt das voll Sinn, historisch, ne?

00:18:48: Historisch sind viele interessante Dinge gewachsen.

00:18:51: Aber ich hab mir auch gedacht, jetzt eben als ich das so angeguckt habe, ist ja schon, wahrscheinlich ist es ja schon so diese Kombination aus, man muss...

00:19:00: wahnsinnig viel körperlich reingeben.

00:19:02: Also man muss den Puls, den Hochdruck, alles richtig hochfahren.

00:19:05: Und dann ist man an diesem Skistand und dann muss man sofort runterfahren und ganz präzise.

00:19:10: Und wie du auch beschrieben hast, wenn man dann nachladen muss, dann muss man dann noch irgendwas kleines pfriemeln ja, ganz schlimm.

00:19:15: Du siehst das auch, manchmal gibt's Szenen, wo dann wirklich ...

00:19:19: wenn's schneit.

00:19:20: Und dann haben die diese Handschuhe.

00:19:22: Und dann, manche haben dann so Handschuhe, wo du dann so eine Fingerkuppe quasi wegmachen kannst, noch mal, damit die irgendwie ...

00:19:28: dass das beweglicher ist, aber dann wird's kalt.

00:19:31: Dann hast du sowieso nicht die besten motorischen Fähigkeiten.

00:19:33: dann ...

00:19:35: klauben die diese einzelnen Patronen, und dann manchmal fallen die runter oder sie verklemmen sich.

00:19:40: Und dann siehst du schon auch, ...

00:19:42: Weil du wirst ja immer hektischer, du darfst Zeit nicht verlieren, weil da hängen ja auch noch drei andere Leute meistens dann bei den normalen Staffeln mit dran, für die du ja

00:19:51: auch eine gute Leistung erbringen willst.

00:19:53: Und ach, also ...

00:19:55: Ha!

00:19:56: Stressig ist das.

00:19:57: Ja.

00:19:58: Aber ich wollte dich gar nicht unterbrechen, hast über die schwierige Komplexleistung gesprochen.

00:20:02: Ja, glaube aber, ich dachte eben auch, da entsteht doch wahrscheinlich auch gerade diese Faszination.

00:20:07: Also einerseits natürlich für die Läufer:innen an sich, weil eben es so ein Stück weit unberechenbar ist.

00:20:16: Ich fand das auch sehr schön, in der Doku hat einer aus dem deutschen Team, sein Name fällt mir gerade nicht mehr ein, aber man mögt es mir verzeihen, man kann es nachgucken,

00:20:26: auch gesagt.

00:20:27: Er persönlich ist eben sehr gut im Schießen.

00:20:30: Das war wahrscheinlich der Justus Strelow.

00:20:31: Ja, ich glaube so.

00:20:32: Ich mal, ja.

00:20:34: Er ist der beste deutsche Schütze.

00:20:35: Er hat wahnsinnige Quoten.

00:20:37: Aber können wir gleich noch drüber reden.

00:20:38: Und er hat so schön gesagt, ja, also, ich meine, er kann es logischerweise gut, aber für ihn ist das eben ganz klar.

00:20:44: Wenn es das Schießen nicht gäbe beim Biathlon, dann würde ihm das gar nicht so viel Spaß machen.

00:20:50: Und das ist natürlich auch interessant.

00:20:52: in so Sportarten, die Sachen kombinieren.

00:20:55: Es gibt ja auch die nordische Kombination.

00:20:58: mit Springen und Laufenden.

00:21:00: Oder Triathlon gibt es ja

00:21:01: Also man hat dann irgendwie so, sag mal, seine starke Seite, seine Schokoladendisziplin und muss dann eben in der anderen kämpfen.

00:21:11: Und das macht natürlich noch mal viel mehr, also wenn wir jetzt wieder so aus dem, quasi das Event an sich angucken, viel mehr Spannung, weil man natürlich welche hat, sind, es

00:21:20: wird wahrscheinlich selten welche geben, die wirklich krass gut in beiden sind.

00:21:25: Also Ausnahmetalente gibt es da sicherlich auch, aber ...

00:21:28: Ja, das sind dann wirklich, also du sprichst es anders als Ausnahmetalente, weil diese Kombination aus Laufen und Schießen, ich muss nochmal betonen, ich hab's noch nie gemacht,

00:21:39: aber von allem, was ich seit Jahren gesehen habe, je nachdem, wie schnell du in den Runden vorherläufst, je nachdem, wie viele Runden du in den Beinen hast, bist du auf Anschlag.

00:21:49: Also, hast du dir auch schon gesagt, du treibst den Puls hoch, du gibst auf der Strecke alles und dann kommst du an diesen Schießstand und du musst...

00:21:56: einen Muskel-Tonus haben, der nicht so angespannt ist, damit du nicht anfängst, plötzlich zu zittern.

00:22:00: Sondern die Nähmaschine, wo plötzlich alles wackelt.

00:22:04: Und dann kriegst du dieses blöde Gewehr nicht mehr stabilisiert.

00:22:08: Das heißt, das muss irgendwie funktionieren.

00:22:10: musst dann die meisten, beziehungsweise so, es gehört, dass, wenn du den Schuss abgibst, dass du den Atemstopp machst.

00:22:16: Du hältst auch noch die Luft an, während du den Schuss abgibst.

00:22:20: Damit eben so wenig Bewegung wie möglich auf dem Lauf der Waffe ist.

00:22:26: Und das zu schaffen ist Wahnsinn.

00:22:31: Also ich kenn mich, wenn ich die Treppen hochlaufe.

00:22:35: Das reicht mir manchmal schon.

00:22:36: Wenn ich mir da vorstelle, jemand drückt mir jetzt noch irgendwie eine Wasserpistole in die Hand und sagt jetzt, ne, hier, leg mal los und triff mal den inneren Kreis von dieser

00:22:46: Zielscheibe.

00:22:47: Nee.

00:22:49: Sag ich, wie es ist?

00:22:50: Nee.

00:22:51: Und es ist halt auch so, je nachdem wie die Streckenprofile sind.

00:22:54: Manche Strecken haben vor dem Schießstand noch mal einen Berg.

00:22:57: Manche haben eine Abfahrt.

00:22:59: Da kommst du mit ganz unterschiedlichen Belastungsleveln auch an, an diesem Schießstand.

00:23:04: Und du musst dich dann eben dazu zwingen, mental ruhig zu sein, körperlich ruhig zu sein.

00:23:10: Und das ist so ein Umschaltspiel.

00:23:14: Wie du gesagt hast, das kriegen Ausnahmetalente zu 99 Prozent der Zeit hin.

00:23:20: Bam, bam, bam.

00:23:21: Die arbeiten das ab, die schaffen das.

00:23:23: Die meisten haben eine Disziplin, in der sie besser sind, eine, in der sie schwächer sind.

00:23:28: Also, besagt der Justus Strelow, der ist im Schießen eine Bank, vor allem im Liegendschießen.

00:23:33: Der schießt dir die Dinger, wenn er wahnsinnig schnell ist, innerhalb von 18 Sekunden weg.

00:23:39: Was ...

00:23:40: Ich muss das ganz kurz mal erklären, was eine krasse Zeit ist.

00:23:43: Also, wir hatten ...

00:23:45: Gibt's auch Entwicklungen im Schießen.

00:23:47: 2018 war man mit ...

00:23:49: 25 Sekunden im Liegendschießen gut dabei.

00:23:53: Im Stehendschießen mit 28 Sekunden hat man die Scheiben abgeräumt.

00:23:56: so, die Person schießt zügig.

00:24:00: Mittlerweile ist es so, wenn du ein schneller Schütze sein willst, oder eine schnelle Schüzin, musst du im Liegendschießen an die 20 Sekunden schießen und im Stehendschießen an

00:24:10: die 25 Sekunden schießen.

00:24:12: Wenn da jemand ist, der sich auf die Matte knallt, wie Justus Strelow, nach 10, 12 Sekunden den ersten Schuss abgibt ...

00:24:20: dann in einem ein- bis Zweisekundentakt diese Schüsse rausreißt, sein Gewehr wieder umschnallt und weiterläuft.

00:24:28: Das ist eine Ansage.

00:24:29: Das können nicht alle.

00:24:31: Da haben auch die Athlet:innen immer gesagt, wie krass dann der Einfluss ist, wenn jemand neben dir ...

00:24:37: Weil es scheppert ja.

00:24:38: Du hörst das ja.

00:24:39: Im schlimmsten Fall hörst du, wenn die andere Person einen Fehler schießt oder wenn sie keinen Fehler schießt.

00:24:46: Und auch, was du gesagt hast, die Schnelligkeit.

00:24:49: Ich hab das in dieser Doku gesehen.

00:24:50: hatte wirklich so intuitiv einfach erwartet die Zielen.

00:24:55: Und dann ist irgendwie so plumm.

00:24:56: Und dann irgendwie wieder so plumm.

00:24:58: Und dann war das wirklich so bum, bum, bum, bum, zack weg.

00:25:02: Krass.

00:25:02: ...

00:25:03: Es ist irre.

00:25:04: Und dann gibt's erst ...

00:25:05: Es gibt Leute, sind in dieser Teildisziplin Helden und Heldinnen.

00:25:11: Also wurde wirklich ...

00:25:13: Da kommt manchmal die Kamera, die diese Nahaufnahmen von den Scheiben macht, die kommt manchmal gar nicht hinterher, weil die Schüsse so schnell fallen.

00:25:19: Und dann gibt's Leute, die Schießen kontrollierter, die sagen, ich muss Treffer vor Zeit setzen, weil sonst lande ich in der Strafrunde oder ich lande mit einer Strafminute und

00:25:28: das kann ich mir nicht leisten.

00:25:30: Und dann gibt's Leute, sagen, ja, weiß, meine Stärke ist nicht das Schießen, ich setz pro Schießen so meistens einen daneben, wenn's schlecht läuft zwei oder drei, aber ...

00:25:40: Ich bin auf der Loipe also auf den Laufrunden, da bin ich wahnsinnig stark.

00:25:44: Und es gibt schon auch Leute, die können dir wirklich 40 Sekunden, 50 Sekunden, die können die einfach rauslaufen.

00:25:51: Also im Sinne von rauslaufen, damit meine ich immer kompensieren, die können einfach Lücken schließen, wo du dir denkst, das gibt's doch nicht.

00:25:58: Und du siehst ja auch die Unterschiede.

00:26:00: Also du siehst Leute, die laufen halt und die sind alle schnell.

00:26:03: Das möchte ich noch mal betonen.

00:26:04: Die sind alle schnell.

00:26:06: es gibt Leute...

00:26:07: die Geschwindigkeiten, die Durchschnittlichen.

00:26:10: Ich weiß nur, in den Abfahrten kommst du schon manchmal so auf 60, 70.

00:26:13: Also wenn die da irgendwo runterfahren.

00:26:17: Und das ist einfach ...

00:26:20: als würde eine Person an dir auch in den Anstiegen oder den glatten Passagen, als würde eine Person an dir vorbeirennen.

00:26:26: Also ich glaub, das checkt man manchmal im Fernseher nicht ganz.

00:26:29: Aber die sind ...

00:26:31: they are fast.

00:26:32: Nur um das noch mal zu betonen, aber es gibt eben Leute, die sind schnell, aber du siehst, die tun sich auf der Strecke nicht ganz so leicht.

00:26:39: Und dann kommt jemand von hinten, saugt sich so immer weiter, immer weiter dran und ist plötzlich einfach vorbei.

00:26:47: Und das ist dann was, wo ich dann da sitze und mir denke, was man alles aus dem menschlichen Körper rausholen kann.

00:26:53: Das finde ich fast das Beeindruckendste, dass du wirklich so denkst, das kann doch nicht sein, dass das

00:26:59: dass da so krasse Dynamiken entstehen, dass jemand, der total schnell ist, trotzdem abfällt und jemanden überholt oder überrunden.

00:27:06: In der Doku gibt es zum Beispiel einen Wettkampf zwischen Franziska Preuß und Lou Jeanmonnot heißt sie, glaube die französische Biathletin.

00:27:13: Und da ging es Runde um Runde, ist die immer näher an Franziska Preuß rangekommen.

00:27:19: Das heißt, da hat sich das nicht nur sogar in einem Durchgang quasi gezogen, sondern immer Stück für Stück.

00:27:25: Und dann ging es das gelbe Trikot und so weiter.

00:27:30: Ich auch sagen, fand ich wirklich sehr krass zu sehen, wie unvorhersehbar das alles eigentlich ist.

00:27:38: Und glaub, das macht ja eigentlich den Reiz aus, oder?

00:27:39: Biathlon sowohl für die Sportler:innen als auch für die Zuschauer:innen.

00:27:44: Im Biathlon, das ist immer ...

00:27:45: Das ist so dieser Satz, dann immer fällt, im Biathlon kann alles passieren.

00:27:49: Du kannst einen Sprint furchtbar verhauen.

00:27:53: Und damit ist dann auch deine Zeit für die Verfolgung, wie ich vorhin erklärt habe, mehr oder weniger dahin.

00:27:57: Weil du dann auf Platz 20 hockst mit zwei Minuten Rückstand auf die führende Person.

00:28:04: Und plötzlich bist du auf dem Treppchen.

00:28:06: Weil alle anderen mies daneben geschossen haben und du bist gut durchgekommen und du hast eine super Laufleistung gezeigt und dann bist du ganz vorne.

00:28:14: Und in den Staffeln kannst du passieren, du bist bis zum Ende Platz zwei.

00:28:19: Und dann verhaut eine Person ihr Schießen.

00:28:23: Schießt eine Strafrunde.

00:28:24: Vielleicht auch zwei.

00:28:26: Und dann kommt die Staffel auf Platz zehn ins Ziel.

00:28:28: Also es ist wirklich ein Auf und Ab.

00:28:30: Es passiert wahnsinnig viel.

00:28:33: Und es ist mitunter auch so spannend.

00:28:36: Also es gibt Schießen, die kann ich mir nicht anschauen.

00:28:38: Ich geh raus.

00:28:39: geh aus, entweder mach ich die Kiste aus oder ich geh raus aus dem Raum und bin so, ich kann das jetzt nicht sehen.

00:28:46: Ich weiß, es geht einen Sieg, es geht eine gute Platzierung, geht um worum auch immer es geht.

00:28:53: Nee, und dann hast du ja auch wirklich diese Duellsituationen.

00:28:55: Ob das dann Zielsprint ist bis zur Ziellinie eben vor oder ob das dann wirklich Schießen sind, wo dann halt zwei Männer, zwei Frauen zeitgleich ihr Gewehr abnehmen, sich in den

00:29:07: Anschlag begeben und dann ...

00:29:10: wirklich manchmal auch parallel, also, ne?

00:29:12: Takt Takt gemeinsam dieses Schießen absolvieren und du weißt, entweder gehen sie jetzt gemeinsam raus und das wird dann noch mal eine fetzige letzte Runde.

00:29:21: Oder ...

00:29:22: Irgendeiner packt den vorletzten Schuss nicht.

00:29:24: Oder den letzten Schuss nicht.

00:29:27: Und du sitzt vor diesem Fernseher, du kannst ja nix machen, aber ...

00:29:31: ja.

00:29:32: Ja, und ich fand das auch ganz interessant, jetzt bei der Doku im Intro wurden bei jeder Folge auch die Athlet:innen sind da aufgetaucht, wie eben die Darstellenden in einem Film.

00:29:43: Wie die Stars.

00:29:44: Wie die Stars, Wo sie hingehören.

00:29:47: Sind sie ja natürlich auch.

00:29:48: Aber ich fand das auch so spannend.

00:29:49: Mir ist das vorher jetzt bisher noch nie bei einer Doku aufgefallen, die Leute, die Teil dieser Doku sind, quasi in den Credits auftauchen, ebenso wie Schauspielerinnen.

00:29:59: Daran kann man ja sehen, es ist schon so ein interessantes, ambivalentes Verhältnis.

00:30:07: Weil wir ganz am Anfang davon gesprochen haben, diese Verbindung von Theater, Kulturwissenschaft und Sport.

00:30:15: Sport an sich kann ja, wie wir sehen, eine Performance sein.

00:30:20: Aber Sport funktioniert, also das Sportmachen an sich funktioniert ja theoretisch auch ohne Publikum.

00:30:28: Es gibt auch ganz interessante Edge-Cases wenn so Leute Reenactment machen oder so was.

00:30:34: Wo man auch die Leute am Reenacten selber, wenn sie da eine mittelalterliche Schlacht nachspielen oder so was, an sich da selber Freude haben und da nicht zwingend ein Publikum

00:30:46: vonnöten ist.

00:30:47: Und das ist ja dieses Spannungsverhältnis, oder?

00:30:49: Indem eigentlich so dieser Spitzensport oder Extremsport, das ist ja ein ganzes Spektrum.

00:30:54: ich meine ...

00:30:55: Wie gesagt, bei der Regionalliga oder dann gibt es irgendwie ein Event in München oder so.

00:30:58: Dann können da auch mal Leute zugucken oder so was.

00:31:01: Irgendwo fängt es ja an.

00:31:03: Aber ab einem gewissen Zeitpunkt ist es dann ja wahrscheinlich schon nicht mehr wegzudenken, weil die ganzen Finanzierungsmöglichkeiten hängen davon ab.

00:31:09: Ja, es ist...

00:31:11: Ich kenne mich jetzt, muss ich als Disklaimer sagen, ich kenne mich mit der Deutschen Sporthilfe und der Spitzensportförderung und wie da das Sportrecht ist, kenne ich mich

00:31:20: nicht gut aus.

00:31:22: Falls ich irgendjemanden generell mal Stuss erzählt habe oder unsauber in Begrifflichheiten war, Sportjournalismus ist hart, deutsches Sportrecht ist härter und

00:31:30: verwirrender Also, ja, da bin ich nicht Expertin für.

00:31:36: So, ganz kurz das mal gesagt zu haben.

00:31:38: Es ist jetzt aber schon so, dass der Spitzensport in Deutschland nicht die ...

00:31:46: Wie sag ich das jetzt?

00:31:48: exzeptionellste Förderung erhält.

00:31:50: Von allem, was man ja so bisschen hört und sieht und bla bla bla.

00:31:54: Und dann kennt man halt irgendwie die Bundesliga und dann so private Vereine im Fußball, wo halt dann das wahnsinnig große Geld sitzt.

00:32:02: Es sitzt nicht im Biathlon.

00:32:04: Also die Leute werden seltenst.

00:32:09: Superwahnsinnig reicht davon.

00:32:10: Also es gibt ...

00:32:12: natürlich auch Preisgelder, die von der IBU selber ausgeschüttet werden.

00:32:16: da ist, glaube ich, ein Sieg, glaube ich, 20.000 Euro wert.

00:32:18: Wenn du natürlich wahnsinnig gut bist in diesem Sport und immer auf dem Treppchen landest und immer den Sieg einfährst, klar kannst du da auf jeden Fall dich damit auch

00:32:26: finanzieren.

00:32:27: Die meisten Leute, aber auch die Teams haben aber auch Sponsor:innen.

00:32:32: Sieht man dann auf der Waffe.

00:32:33: Sind ja mit Logos zugedeckt.

00:32:35: Genau, auf der Waffe siehst du dann diese Aufkleberchen.

00:32:41: den Leibchen und wo auch immer, die halt dann verschiedene Leute stehen haben.

00:32:43: Da muss halt Geld ran und rein fließen, weil Trainingscamps sind teuer.

00:32:48: Das ganze Equipment ist teuer.

00:32:51: musst...

00:32:52: Der Wachs-Truck ist teuer.

00:32:53: Wachs-Truck ist teuer.

00:32:55: Also du musst einfach...

00:32:56: für wahnsinnig viel Geld aufbringen.

00:33:00: Und dafür brauchst du Leute, zuschauen.

00:33:03: Weil wenn Leute zuschauen, kriegst du SponsorInnen.

00:33:06: Und wenn du im Spitzensport bist, ist es natürlich auch noch mal so, dass der Verband von dir eine gewisse Leistung fordert.

00:33:13: Und weil eine gewisse Leistung auch Zuschauer:innen natürlich anzieht, die wollen ja immer die Creme de la Creme irgendwo sehen, hängt das schon immer mit zusammen.

00:33:22: Also dieser Gedanke von, wir haben hier auf

00:33:24: national hohem Level oder auf international hohem Level einen Wettkampf.

00:33:29: Ich glaube, da kommt es automatisch mit ein bisschen dazu, dass ein Publikum da ist.

00:33:35: Und je mehr das dann auch heutzutage in den Medien oder den sozialen Medien gepusht wird, werden die Sachen dann auch immer populärer.

00:33:42: Also ich glaube, man hat das bei Olympia mit Curling gesehen.

00:33:44: Die wenigsten Leute waren vorher Curling-Fans und dann schaltet man bei Olympia halt immer mal wieder irgendwo ein und plötzlich ist Curling eine Sportart.

00:33:52: die ein bisschen mehr Nachfrage bekommt und bisschen mehr Sendezeit bekommt.

00:33:56: Macht sich natürlich auch gut auf Social Media Curling, wenn die da mit ihm ...

00:33:59: Total.

00:34:00: Das einfach total lustig.

00:34:01: Das macht was.

00:34:02: Und Biathlon hat halt den Vorteil, dass es schon historisch bisschen länger gewachsen ist.

00:34:06: Das heißt, es hat eine Zuschauer:innschaft, auf der es aufbauen kann.

00:34:09: Muss aber halt jetzt kämpfen, die zu behalten, wohingegen andere Sportarten vielleicht kämpfen müssen, die überhaupt erst aufzubauen.

00:34:14: Also das sind halt einfach unterschiedliche Entwicklungsstadien, würde ich mal sagen.

00:34:19: Und die Athlet:innen haben halt

00:34:21: dann einen großen Part, weil sie vor allem in Biathlon und vor allem für mich wahnsinnig große Sympathieträger:innen sind.

00:34:29: das ist, Ja, das merkt man auch.

00:34:32: Also finde ich zumindest in der Doku wirken die eigentlich auch alle sehr sympathisch und auch irgendwie so down to earth.

00:34:39: Ja, also ich muss ...

00:34:41: Weitere Disclaimer, ich kenn die alle nicht.

00:34:44: Aber die, wie heißt das noch mal, die parasoziale Beziehung?

00:34:47: Die parasoziale Beziehung, wirklich, ich kenn die nicht, die kennen mich nicht, die meisten von denen haben mich noch nie in ihrem Leben gesehen, geschweige denn, dass sie

00:34:54: wissen, dass ich existiere.

00:34:55: Jetzt hören sie dich vielleicht.

00:34:57: Wenn ihr zuhört?

00:34:59: Nee, aber der Gedanke von...

00:35:02: Ich bilde da eine parasoziale Beziehung zu Leuten aus, die ich halt, seitdem ich 15, 16 bin, jeden Winter im Fernsehen sehe.

00:35:11: und die dann halt erzählen, wie sie sich nach einem Rennen fühlen oder vor einem Rennen fühlen.

00:35:14: Oder dann schaut man mal eine Doku, dann bekommt man einen Blick in ihr Privatleben und hier und da und was sie studieren und wie es der Familie geht und bla bla bla.

00:35:21: Das ist natürlich auch eine gewisse Form der Vermarktung, die die machen müssen.

00:35:25: Also viele sagen, ja, ich muss Social Media machen.

00:35:27: Also ich muss, ich will das eigentlich nicht.

00:35:31: Ich muss das aber machen, mich halt irgendwo zu profilieren und zu zeigen.

00:35:36: Für manche Zwang, für manche bestimmt auch irgendwie Freude.

00:35:39: Manche machen das lieber als andere.

00:35:41: ist mittlerweile notwendig, ist für Leute wie mich natürlich auch schön, weil ich immer das Gefühl habe, die Sportler:innen und Sportler, klar, man hat die Disziplinseite, wo man

00:35:52: sagen kann, generell ist Biathlon spannend, weil du hast das Laufen, du hast das Schießen, du hast dies, du hast das, du die äußeren sportlichen Umstände, aber für mich sind eben

00:36:02: die Athlet:innen und Athleten das Herz und die Seele von dieser Sportart, weil...

00:36:08: Ich finde, die Art und Weise, wie sie mit sich selbst umgehen, miteinander umgehen, mit ihren Leistungen umgehen, mit dem ganzen Sportzirkus, mit dem Medienzirkus umgehen, dass

00:36:19: das eine wahnsinnig angenehme Art und Weise ist, die auch eine tolle Auswirkung hat, finde ich.

00:36:28: Also, ich finde, man kennt ...

00:36:29: Ich will jetzt nicht den Fußball halten.

00:36:31: Aber ich finde, man kennt das dann doch, dass Leute ...

00:36:36: Fußballer?

00:36:38: Meistens sind es Fußballer, dass die ein gewisses Ego haben, weil möglicherweise auch verdient, weil sie gewisse Dinge geleistet haben und sich hinstellen können und sagen, ich

00:36:48: bin der Größte und hab dies und das und bla, bla.

00:36:52: Und das fehlt im Biathlon, finde ich.

00:36:55: Klar hast du manche Charaktere, die halten vielleicht mehr von sich als andere.

00:36:59: Und manche sind vielleicht auch der Presse gegenüber kühler oder wie auch immer.

00:37:03: Aber grundsätzlich ist da eine ...

00:37:06: Bescheidenheit und gleichzeitig Liebe zu dem Sport und Respekt vor den Konkurrent:innen, der es einfach wahnsinnig teilweise schon putzig macht, denen zuzuschauen und wirklich ...

00:37:18: Jetzt kommen wir wieder zu den parasozialen Beziehungen.

00:37:20: Ich sitze zu Hause vor meinem Fernseher.

00:37:23: Ich bin stolz, als wären das meine Kinder, wenn die die Leistung zeigen, die sie zeigen wollen.

00:37:30: Ich schrei vor diesem Fernseher sie an, als könnten sie mich durch dieses Gerät hören.

00:37:35: Ich weine Freudentränen mit ihnen, wenn die ins Ziel kommen.

00:37:39: Ich weine auch traurige Tränen mit ihnen, wenn irgendwas mal nicht funktioniert, so wie sie sich das vorgestellt haben.

00:37:46: Weil diese Menschen so eine ...

00:37:51: Herzlichkeit und Ehrlichkeit ausstrahlen.

00:37:54: Ob das tatsächlich so ist, darüber kann ich keine Aussage treffen.

00:37:57: Once again, bin weder creepy noch eine Stalkerin, kenn ich diese Leute.

00:38:00: Aber das, was rüberkommt ...

00:38:03: ist toll.

00:38:05: Ja, sehr schön.

00:38:06: Ich finde das auch gut, dass du es vielleicht noch mal mit deiner sehr intensiven Zuschauperspektive bestätigst, weil ich fand, in der Doku kam das auch total rüber.

00:38:19: Aber so eine Doku, die kann man ja auch sehr gut ...

00:38:22: Also so oder so inszenieren.

00:38:24: Aber da war das auch so, die, keine Ahnung, eben, zum Beispiel Franziska Preuß fährt da so ...

00:38:29: Man fährt so mit ihrem Auto mit, wie sie da gemütlich nach Ruhpolding oder so was fährt.

00:38:34: jetzt lauf ich hier mal wieder und so.

00:38:37: eben, die wirkten alle da eben sehr ...

00:38:40: Da gab's natürlich auch mal irgendwie so bisschen ...

00:38:43: kurz, wenn dann entschieden wurde, ja, du läufst heute nicht, dass die dann schon irgendwie auch ...

00:38:48: Aber das auch irgendwie kommunizieren, dass es ihnen da mit nicht gut geht.

00:38:52: Es wirkt einfach menschlich.

00:38:53: Die wirken einfach wahnsinnig menschlich.

00:38:56: Und das find ich toll.

00:38:58: Und trotzdem unter dem krassen Druck, unter dem sie ja dann eben trotzdem auch stehen.

00:39:02: einerseits habe ich so gedacht, ja Wahnsinn, was verlangt man denn von denen?

00:39:05: Und dann müssen die dann noch vor dem ganzen Publikum und so.

00:39:08: Und andererseits ist mir dann aber auch klar geworden, meine, gut, ist eben, also ist es eh im Spitzensport überall so.

00:39:15: Und dann ist es zweitens auch im Kulturbetrieb ja nicht anders, dass da auch einfach eine krasse Leistung verlangt wird, weil ...

00:39:24: ist kompetitiv.

00:39:25: Ja, und wir wollen halt was sehen als Publikum.

00:39:28: Da sind einfach die Erwartungen wahnsinnig hoch.

00:39:31: Ich fand's aber auch interessant zu sehen, da sind ja auch einige in der Zeit mal krank geworden, so, mussten sich dann zurückziehen.

00:39:39: Und es ist ja dann schon auch so die Frage, inwiefern kannst du deinen Beruf überhaupt noch ausüben, ne?

00:39:45: Wenn der Körper da einfach vielleicht mal einen Strich durch die Rechnung macht oder so.

00:39:51: Ja, und das ist einerseits der Körper,

00:39:54: Nach Corona, also Long Covid ist natürlich so ein Ding auch irgendwo.

00:40:00: Generelle Infektionen, schwierig.

00:40:04: Manchmal sagen sie dann, ja, also mit den Halsschmerzen kann ich noch laufen.

00:40:08: Aber ich hab mich heute nicht ganz so gut gefühlt.

00:40:10: Oder manche haben mal was am Magen oder dies oder das.

00:40:14: Das kommt immer mal vor.

00:40:16: Öfter auch.

00:40:17: Es gibt auch schwerwiegendere Sachen.

00:40:19: Also tatsächlich jetzt bei einem Olympischen Rennen.

00:40:23: ist der führende, auch noch wahnsinnig dramatisch eigentlich, weil das ein Italiener war, der vor Heimpublikum geführt hat.

00:40:31: Und plötzlich fasst er sich an die Brust, also zeigt sich irgendwie an den Oberkörper, geht raus, setzt sich an die Strecke und dann kam halt danach die Nachricht, ja, wurde

00:40:42: irgendwie am Herzen.

00:40:43: Also da wurde irgendwas am Herzen, hat nicht gepasst, der war dann im Krankenhaus, irgendwas wurde operiert.

00:40:47: So.

00:40:50: Das kommt dann schon auch vor, wo du sagst, ich falle mal den Rest der Saison aus.

00:40:55: Eine andere Italienerin, die hatte wahnsinnige Probleme mit dem Rücken, eine ganze Saison gesundheitlich mal, konnte nicht da sein.

00:41:02: Dann hast du erfreulichere Sachen, wo jemand sagt, krieg ein Kind, ich bin da da mal nicht da.

00:41:07: Das ist halt was, wo du sagen musst, Privatleben, körperliche Gesundheit, muss ich vereinbaren mit den Ansprüchen, die ich an mich selber habe.

00:41:15: Da reden wir ja noch nicht mal über mentale Gesundheit.

00:41:18: Also dass das einerseits sportlich viel von dir abverlangt, mit diesem, haben wir schon angesprochen, diesem Switch zwischen so, ich muss auf der Strecke jetzt was erreißen und

00:41:27: ich muss Leute einholen und gleichzeitig darf ich mich aber auch nicht überpacen, aber ich muss irgendwie schon auch aggressiv in dieses Rennen reingehen zu, ich stehe am

00:41:34: Schießstand, ich muss alles treffen und ich darf mich auch nicht ablenken lassen von dem, was die Zuschauer:innen auf der Tribüne grölen.

00:41:40: dann spielen die auch meistens noch so wilde Musik im Hintergrund, wenn die dann in den Schießstand einlaufen, kommt die wie Fluch der Karibik oder so, und du stehst da und musst

00:41:47: halt zielen und wissen ...

00:41:50: Puh.

00:41:51: Ne?

00:41:51: Das ist schon mal mental anstrengend.

00:41:54: Und dann hast du noch Ansprüche, du an dich selber natürlich hast, und wenn du denen nicht genügst, zerbrichst du vielleicht dran.

00:42:01: Und dann hast du diese furchtbaren Leute von außen.

00:42:04: Die kommen und die auch noch Ansprüche an dich herantragen, ob das die Medien sind oder ...

00:42:10: Sonst irgendwelche Sofa-Trainer:innen, meinen, sie müssen auch noch ihren Senf zu jedem Thema abgeben.

00:42:16: Und dann ist das einfach was, wo ...

00:42:20: Manche Sportler:innen, also eine deutsche Sportlerin, Vanessa Voigt, die hat auch mal sich eine Auszeit von Biathlon nehmen müssen, weil sie gesagt hat, sie packt das grad nicht

00:42:28: mehr.

00:42:28: Kommt auch in der Doku vorher.

00:42:29: Genau, nix macht ihr mehr Spaß.

00:42:31: Sie konnte eine Zeit lang ...

00:42:33: Sie konnte nicht auf Skiern stehen, konnte dieses Gewehr nicht anschauen.

00:42:37: Es reicht.

00:42:38: Sie musste wegkommen von dem Ganzen.

00:42:42: Und da muss ich jetzt mal kurz renten.

00:42:44: Weil das ein Punkt ist ...

00:42:46: Ach, da kocht die Wut wirklich in mir hoch.

00:42:49: Vielleicht wieder diese parasoziale Beziehung von ich muss die Leute jetzt alle hier in Schutz nehmen, weil sind irgendwie meine Kinder, dass es meine Kinder sind, metaphorisch

00:42:57: gesprochen, I guess.

00:43:02: Das gilt für mich generell für Sportler:innen.

00:43:05: Klar, an Spitzensportlerinnen, vor allem die eine Nation vertreten, kann man gewisse Ansprüche herantragen, vor allem weil es Leistungssport ist.

00:43:12: Das ist aber dann meistens in den Verbänden, mit den Trainerinnen, mit Leuten, die da wirklich professionell sich beschäftigen, schon abgeklärt.

00:43:19: Deswegen bin ich froh, dass ich nicht im Leistungssport bin, weil wenn da jemand vor mir sitzt und ich muss aussuchen, wer kommt in den B-Kader, wer kommt in den A-Kader, wer darf

00:43:26: im Weltcup mit den ganz großen laufen und wer läuft in der zweiten Liga mit,

00:43:30: Das könnt ich nicht.

00:43:31: Sobald jemand anfängt zu weinen, von dem ich weiß, der hat einen schlechten Tag, ich würde den trotzdem mitnehmen.

00:43:38: Aber ich bin froh, dass ich die Entscheidung nicht treffen muss.

00:43:41: Das sind aber Entscheidungen, die nicht von Leuten getroffen werden, die zu Hause sitzen und noch nie auf Skiern standen oder noch nie eine Kleinkaliberwaffe in der Hand hatten

00:43:52: und damit aus 50 m Entfernung auf Zielscheiben schießen mussten.

00:43:56: Und diese Leute gehen jetzt her und haben ...

00:43:59: Ansprüche an Sportler:innen, wo ich mich frage, wo kommen die eigentlich her?

00:44:05: Du kannst, finde ich persönlich, von einem Sportler oder einer Sportlerin nicht mehr verlangen, als dass diese Person ihr Bestes gibt.

00:44:12: Weil mehr hat sie nicht zu geben.

00:44:14: Und dass dann eine andere Person besser ist, das passiert.

00:44:16: Ich glaube, das ist generell ein gesellschaftliches Problem, dass wir das nicht akzeptieren können, dass manche Leute einfach Grenzen haben und nicht über die gehen

00:44:23: wollen oder können.

00:44:24: Also ich glaube, das ist generell ein Thema, was man

00:44:28: Leistungsgesellschaft halt.

00:44:30: Was man hier ansprechen oder anreißen kann, aber jetzt nicht einmal ausbreitet.

00:44:35: Aber wenn ein Sportler eine Sportlerin das Beste, das Beste oder ihr Bestes gibt, die sind selber schon, vor allem Biathlet:innen, so reflektiert.

00:44:49: Und die gehen mit sich teilweise so hart ins Gericht.

00:44:53: Da hörst du nix von wegen, die Sonne hat mich geblendet, ich konnte hier jetzt grad irgendwie nicht.

00:44:58: Die stehen da im Interview, die sagen, das hätte ich besser machen müssen, da war ich nicht ruhig genug, da ich zu passiv, da hätte ich agieren müssen.

00:45:06: Die stellen sich dahin und die können das von sich selbst.

00:45:09: Und die wissen von sich selbst, die Leistung war nicht die, die ich eigentlich abrufen wollte.

00:45:14: Und es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn die Leute da stehen.

00:45:20: Eine wirklich eindrückliche Erinnerung habe ich dann noch an die Olympischen Spiele.

00:45:23: Philipp Horn, ein Deutscher.

00:45:27: waren seine ersten Olympischen Spiele, vermutlich auch seine letzten Olympischen Spiele.

00:45:31: Im Massenstart.

00:45:32: Der liegt bis zum Schluss auf Rang 3.

00:45:36: Macht ein wahnsinnig tolles Rennen.

00:45:39: Wird auf der letzten Runde kurz vorm Ziel eingeholt von einem Franzosen, der so laufstark war, dass ich an der Hand abzählen kann, wie viele Leute sich überhaupt gegen den hätten

00:45:51: erwehren können.

00:45:52: Also es wären wirklich nicht viele gewesen oder geworden.

00:45:57: wird eingeholt von ihm.

00:45:59: Bronzemedaille Futsch, in Anführungszeichen.

00:46:02: Philipp Horn kommt ins Ziel.

00:46:04: Du siehst an, dass die ganze Spannung im Körper ist weg.

00:46:10: Der Kopf geht nach unten, die Schultern gehen nach unten.

00:46:13: Der fährt im Ziel Richtung Zuschauertribüne, weil da seine Frau steht.

00:46:19: Fällt ihr in die Arme, du siehst nur die Schultern fangen an zu beben.

00:46:23: So.

00:46:24: Und dann kommt der, danach ...

00:46:26: ins Interview bei Eurosport, glaube ich, wird gefragt, was ist in dem Moment immer diese tolle Frage an Sportler:innen, wie fühlen sie sich jetzt?

00:46:33: Wie groß ist die Enttäuschung?

00:46:35: Was ist da passiert?

00:46:36: Da würde ich mich auch immer echt bisschen komisch vorkommen als so Sportreporter, was sollst du sonst fragen?

00:46:40: Was will man sonst fragen?

00:46:41: Aber die Frage wurde gestellt und er sagt, natürlich hat seine Frau eben gesagt, wie stolz sie auf ihn ist.

00:46:47: Und er hat ihr nur gesagt, ich war nicht stark genug.

00:46:51: So.

00:46:52: Und das ist ein Satz, der hat bei mir so

00:46:55: gesessen, weil ich mir denke, der Mann hat, du hast es ihm angesehen, er alles aus sich rausgeholt und es hat nicht gereicht.

00:47:02: Das ist für ihn, der seinen eigenen Anspruch an sich hat, natürlich wahnsinnig schwer zu verkraften und da will ich ihm auch nicht vorschreiben, wie er mit diesen Gefühlen

00:47:08: umzugehen hat.

00:47:10: Aber dass dann Leute in die Kommentare unter Postings sonst was schreiben.

00:47:15: Ja, diese Leistung reicht leider nicht für eine Medaille.

00:47:18: Ja, wir sind schon so weit von der Weltspitze entfernt.

00:47:21: Ja, also, wenn man mal und hier und da und das passt einfach nicht.

00:47:26: Und dann schalten sie ja auch die Medien ein und schreiben irgendwie nicht unbedingt in dem Fall, aber in anderen Fällen ein Debakel am Schießstand, ein Drama im Biathlon, ein

00:47:34: schwarzer Tag für sonst irgendwas.

00:47:38: Und dann gehe ich, wie die jungen Leute sagen, Crash-out.

00:47:41: Weil ich mir denke, da sind Leute, vor allem jetzt im Fall von Philipp Horn, ist jemand, wo du schon weißt

00:47:50: Wenn dir einer eine blöde Frage stellt, fängt er an zu weinen.

00:47:53: Weil der so mitgenommen ist.

00:47:56: Und dann wachst du es, auch noch so was zu kommentieren.

00:48:01: Ich weiß gar nicht, wohin soll mit dieser Rage manchmal, weil ich mir denke, boah, wie könnt ihr nur, wie könnt ihr nur, Once again, dass Sportler in den Ansprüchen an sich

00:48:12: haben, dass Verbände und die Sporthilfe oder wie auch immer, dass da Ansprüche bestehen, keine Frage.

00:48:18: Es ist Leistungssport.

00:48:20: Und wenn diese Leute nicht Leistung bringen wollen würden, wären sie nicht im Leistungssport.

00:48:26: Aber ...

00:48:27: Heinz und Kunz zu Hause haben nicht das Recht, den Leuten ihre Leistung abzusprechen.

00:48:34: Und das ...

00:48:36: boah, geh ich jedes Mal wieder in die Höhe.

00:48:38: Boah, Rast, also wirklich ...

00:48:40: Ich könnte auch stunden, könnte ich mich darüber auslassen.

00:48:43: Dieser Gedanke von ...

00:48:45: es ist nie genug.

00:48:46: und die sind eigentlich schon unter genug Druck.

00:48:49: Und die müssen mit sich klarkommen und dann noch mit dieser Außenwelt klarkommen.

00:48:54: Und wann reicht's eigentlich jemals?

00:48:57: Wann bieten uns diese Leute das, was wir von ihnen haben wollen?

00:49:00: Und ich muss leider sagen, das werden sie nie tun, weil die Medien oder andere Leute, die werden immer noch auf was geiern, was nicht Ich meine, jetzt sind wir gewöhnt, du vorhin

00:49:08: gesagt hast.

00:49:08: 18 Sekunden, so ist jetzt Standard, und jetzt müssen alle 18 Sekunden, sonst ist ja langweilig.

00:49:13: Also das ist natürlich ...

00:49:15: Ich kann das total nachvollziehen, deine Wut auf diese Art der Kommunikation und wahrscheinlich auch, was wir vorhin hatten.

00:49:23: ist einfach leistungsgesellschaftsmäßig.

00:49:27: Reicht es irgendwem immer nicht sozusagen.

00:49:30: Ja, und ich verstehe es natürlich auch von Medienseite.

00:49:32: Man will halt irgendwie eine Schlagzeile noch schnell rausballern und man will das, was die Leute lesen wollen.

00:49:36: Und wie gesagt, die Leute wollen ein Spektakel erleben.

00:49:41: Die wollen ...

00:49:41: eine tolle glänzende Medaillen irgendwo schillern sehen, wenn es Olympia geht oder Weltmeisterschaften.

00:49:46: Aber manchmal denke ich mir, also wir müssen unsere Ansprüche ein bisschen zurückschrauben, weil das, was da abläuft oder im wortwörtlichen Sinne vor uns läuft, das

00:49:57: sind keine Maschinen, das sind immer noch Menschen.

00:50:00: Und die machen das, was sie können.

00:50:01: Und so wie ich das jetzt wahrnehme, kein Leistungssportler oder keine Leistungssportlerin würde sich dahin stellen, sagen.

00:50:11: Wisst ihr was?

00:50:13: Heute mal so ein 40.

00:50:14: Platz?

00:50:15: Das sagt mir doch zu.

00:50:17: Heute mal jeden Schuss daneben setzen?

00:50:20: Och, wow.

00:50:22: Das wär's doch mal.

00:50:25: ja, der Gedanke, der kommt denen doch nicht in den Kopf.

00:50:28: Also, das wollen die doch nicht.

00:50:29: Die wollen ja auch was anderes.

00:50:31: Ja, natürlich.

00:50:33: Ja,

00:50:34: Jetzt sind wir tief in die Welt des Biathlon eingetaucht.

00:50:37: muss sagen, mich hat selten seit langem nicht so ein sportliches Thema so begeistert, weil es mir sonst auch sehr geht wie dir.

00:50:45: Sport liegt mir eigentlich sowohl zum Konsumieren als beim Selbermachen leider auch fern.

00:50:50: Und deswegen vielen Dank.

00:50:53: Und ich bin jetzt, glaube ich, auch doch noch mal sehr...

00:50:58: Also es hat mich gepackt, auf jeden Fall diese Doku zu schauen.

00:51:01: Deswegen vielleicht das nächste Mal.

00:51:02: Wenn im Herbst dann wieder mal Biathlon wieder anfängt, werde ich vielleicht auch mal bei einem Rennen mal zugucken.

00:51:10: Und ich hätte eigentlich nur noch so am Schluss so eine ganz simple profane Frage an dich.

00:51:14: Weißt du eigentlich, was machen Biathlet:innen im Sommer?

00:51:17: Trainieren.

00:51:19: Also das klingt so banal, aber man sagt auch immer so dieses, ja, Wintersportler werden im Sommer gemacht.

00:51:23: Und das stimmt.

00:51:24: Also die haben schon mal, wenn jetzt sie jetzt in diesem Wettkampfzirkus noch drin sind, die haben schon mal natürlich eine Mini-Urlaubszeit.

00:51:32: Aber dann wird Krafttraining und Ausdauertraining.

00:51:35: Und dann kommen sie in die Diagnostik, um zu gucken, wo stehen wir gerade, wo können wir noch was rausholen.

00:51:42: Also im Sommer ...

00:51:43: Da ist nicht Pause.

00:51:45: Im Sommer wird geackert und geschwitzt, damit man dann im Winter bei anderen Temperaturen und unter anderen Umständen schwitzt.

00:51:53: Und hoffentlich mit guten Ergebnissen.

00:51:55: Ja, das kann ich verstehen.

00:52:17: Ja, ja, am Schluss ist immer die wichtige Frage, wenn es jetzt den Hörer:innen auch so ergangen ist wie mir, dass sie jetzt auch in die Welt des Biathlon eintauchen wollen.

00:52:10: Wo sollen sie denn anfangen, deiner Meinung nach?

00:52:14: Fängt mal an.

00:52:15: Also, es ist momentan noch so, dass Weltcups bis Mitte Ende März laufen.

00:52:23: Das heißt, man könnte Biathlon auch noch live übertragen sehen, ZDF oder in der ARD.

00:52:28: Ich nicht, ob ich das sagen darf.

00:52:29: Ich es aber, glaube ich, Das sind die Öffentlich-Rechtlichen.

00:52:32: Genau.

00:52:33: Rundfunkbeitrag bezahlt.

00:52:35: Die wechseln sich da auch immer so bisschen ab.

00:52:37: Da hat man auch immer ganz unterschiedliche Kommentator:innen, auch unterschiedliche Co-Kommentator:innen, die dann mal ...

00:52:42: dass sie früher professionelle Biatlet:innen waren.

00:52:45: Ganz spannend, da kann man auch immer neue Einblicke in die Sportart gewinnen.

00:52:49: Deswegen kann ich auf jeden Fall empfehlen.

00:52:51: Und dann würde ich halt sagen, folgt Leuten auf Instagram.

00:52:54: Also ob ihr dem IWU-Account folgt oder dem deutschen DSV-Biatlon oder den Sportler:innen.

00:53:00: Justus Strelow.

00:53:01: Du hast ja auch noch mal, das kannst du am Schluss noch mal zeigen, die Autogrammkarten von drei Spielern hast du ja auch noch da.

00:53:06: ich mal kurz ...

00:53:07: Oh, da ist die Kamera, glaub ich.

00:53:11: Das hier, ist Philipp Nawrath.

00:53:14: Wärmste Empfehlung.

00:53:15: Hat auch eine Bronzemedaille bei Olympia bekommen.

00:53:17: Genau, richtig.

00:53:18: hat eine Bronzemedaille bei Olympia bekommen in der Mix-Staffel.

00:53:21: Er hat auch tatsächlich mal einen dritten Platz bei einer Weltmeisterschaftsstaffel geholt.

00:53:28: Tatsächlich sogar zwei, ich glaub, einmal Mix und einmal normal.

00:53:31: Philipp.

00:53:32: Wärmste Empfehlung.

00:53:33: Auch auf Instagram unterwegs.

00:53:35: Dann gibt's natürlich auch noch Leute wie jetzt zum Beispiel hier Benedikt Doll.

00:53:39: Ich weiß nicht, wie gut man es erkennen kann.

00:53:41: Der war mal Biathlet, ist jetzt nicht mehr Biathlet, aber ...

00:53:49: Schaut ihn euch an.

00:53:50: Liebenswürdig.

00:53:50: Der macht jetzt, glaub ich, Ausbildung, irgendwas mit Elektrik.

00:53:53: Ah, okay.

00:53:54: Was war's jetzt?

00:53:55: Er hat einen Bachelor of Science und macht eine Ausbildung zum Elektriker.

00:53:58: Kocht nebenbei auch noch.

00:54:00: Also wahnsinnig spannende Persönlichkeit auch.

00:54:03: Selbst die Leute, die sozusagen nicht mehr direkt drin sind.

00:54:08: Die erzählen dann meistens entweder auch noch mal in Dokumentation irgendwas über ihre Vergangenheit oder was sie jetzt planen oder wie auch immer.

00:54:14: Und dann gibt's aber auch noch Justus Strelow, den Superschützen beispielsweise.

00:54:21: Hier hab ich auch tolles Autogramm.

00:54:23: Den findet man auch auf Instagram und alle anderen findet man auch auf Instagram.

00:54:26: wie gesagt, sie tun mir manchmal bisschen leid, weil nicht jeder will.

00:54:29: Natürlich aus seinem Privatleben darf viel Preis geben.

00:54:34: Es freut mich trotzdem.

00:54:37: Ja, ich weiß, dass das für viele eine Aufgabe ist, die sie eigentlich nicht haben wollen.

00:54:42: Aber ich freu mich über jedes Bild und über jedes Update.

00:54:47: Und ...

00:54:47: bin da dann ganz froh, wenn man sich auch da bisschen informieren kann.

00:54:50: Also, zum Beispiel jetzt ...

00:54:52: Benni Doll, den ich auch gezeigt hab, der hat früher dann auch immer nach jedem Rennen oder jedem Weltcup so ein kleines Format gehabt, er gesagt, bisschen erzählt hat, wie lief

00:54:59: dieses Weltcup-Wochenende für mich?

00:55:01: Und dann ist das natürlich noch mal persönlicher.

00:55:03: Deswegen genau, IBU Folgen, den Biathlet:innen Folgen Es gibt Meme-Accounts.

00:55:07: Falls ihr dann im Biathlon schaut, seid Memecounts.

00:55:11: Hilarious, find ich ganz toll.

00:55:12: Und dann einfach mal so bisschen rumschauen.

00:55:14: Ja.

00:55:15: Wir auch noch einen richtigen Skandal, wir jetzt gar nicht richtig groß behandelt, aber der hat ja auch vor kurzem die Biathlonwelt noch erschüttert.

00:55:23: Aber da würden wir jetzt vielleicht einfach im Anbetracht der Zeit auf die diversen, sicher auch bei den Memecounts, sicher sehr präsent gewesen.

00:55:31: Richtig.

00:55:32: Wenn ich dazu noch nur ganz kurz eine Sache sagen darf.

00:55:36: Glaubt nicht alles, was ihr im Internet lest.

00:55:39: war dieser Skandal, ich reiß das mal an mit Cheating-Skandal, könnt ihr selber im Internet mal googeln, wenn ihr's nicht schon gesehen habt.

00:55:47: War dieser Skandal wahnsinnig dumm und quatschig.

00:55:50: Also, ja, ich würd selbst eine Person, ich verurteile Fremdgehen.

00:55:55: Ich muss jetzt mal sagen, ist es auch wahnsinnig seltsam, das dann irgendwie im Fernsehen publik zu machen, nachdem man einen Rennen gewinnt.

00:56:05: Ja.

00:56:06: brauchen wir gar nicht drüber reden.

00:56:08: Aber lasst euch nicht verwirren von Leuten, jetzt meinen, dieser Mann wäre ein Red Flag weil er schon mal ein Gewehr beim Trockentraining im Hotel abgefeuert hat und dann da den

00:56:20: Stuhl getroffen hat und wie auch immer, und der Mann hat keine Impulskontrolle und sonst was.

00:56:27: Recherchiert selbst.

00:56:28: Und überlegt euch mal, was das für ein Sport bedeutet, wenn man solche Sicherheitsvorkehrungen verletzt.

00:56:34: Weil beim Trockentraining sollte sich nie ein Schuss lösen, die Magazine sind dabei immer leer, weil immer nur Anschlag geübt wird und welche Handlungsabläufe und wie schulter ich

00:56:41: dieses Ding auf und bla bla bla.

00:56:43: Sollte nicht passieren, der Mann wurde deswegen auch disqualifiziert.

00:56:47: Aber ob wir da auf seine Persönlichkeit schließen können, sei mal dahingestellt.

00:56:52: Deswegen werdet's net reißerisch, gell?

00:56:55: Werdet's ne?

00:56:57: und verurteilen ist ganz nett, kann man auf jeden Fall machen, aber lasst euch nicht auf ...

00:57:03: Niveaus herab, ihr nicht sein wolltet und seid geht mit offenem Herz und offenen Augen in diesen Sport.

00:57:10: Das ist vielleicht mein Schlusswort.

00:57:12: Das ist ein sehr schönes Schlusswort.

00:57:14: Damit beschließen wir die Folge für heute.

00:57:16: Ich habe mich sehr gefreut, dass du da warst.

00:57:18: Ich mich auch.

00:57:18: Und ja, liebe Hörer:innen, ihr wisst, wenn euch diese Folge gefallen hat oder wenn ihr Kritik habt, wenn ihr Anregungen habt, schreibt gerne entweder klassisch per E-Mail an

00:57:27: podcast@m945.de.

00:57:31: Und sonst sind wir auch auf Social Media unterwegs, auf Instagram und auf Mastodon.

00:57:41: Instagram heißen wir @feuerfan_podcast und auch genauso auf Mastodon.

00:57:47: Ja, wir freuen uns, wenn ihr ein bisschen uns Feedback gebt zu dieser Folge.

00:57:53: Und ansonsten sagen wir mal, bis zum nächsten Mal.

00:57:56: Bis zum nächsten Mal und schaut viel Biathlon, Leute.

00:57:58: Genau.

00:57:59: Sehr gut.

00:58:01: Tschüss!

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